Was das Sehvermögen unddie Sehschärfe angeht, sind diese noch nicht perfekt, wenn das Kind zum ersten Mal das Licht der Welt erblickt. Das Kind durchläuft mehrere Phasen, und die werden wir uns heute mal genauer ansehen.

Zunächst wollen wir einige Begriffe klären, die wir nutzen werden, um das Sehvermögen von Kindern zu beschreiben.

Das Gesichtsfeld: Es entspricht dem gesamten Bereich, in dem visuelle Wahrnehmung möglich ist, wenn die Person geradeaus schaut. Das Gesichtsfeld wird in Gradangegeben, istbei der Geburt noch klein und vergrößert sich im Laufe des Wachstums. Damit kleine Kinder Bewegungen gut wahrnehmen können, empfiehlt es sich, sie in den ersten Wochen dazu anzuregen, langsame Bewegungen mit den Augen zu verfolgen.

Die Sehschärfe: Dieser Begriff wird in der Optik sehr häufig verwendet und bezeichnet die Qualität des Sehvermögens einer Person. Sie verbessert sich im Laufe der Monate, wodurch das Kind immer mehr Details erkennen kann. Um die Sehschärfe richtig zu verstehen, musst du dir vorstellen: Je höher sie ist, desto besser kann die Person Details eines Objekts wahrnehmen (zum Beispiel die ganz kleinen Linien bei einem Sehtest beim Augenarzt). Allerdings sind wir nicht alle gleich, und manche Menschen haben trotz einer optimalen Sehhilfe aufgrund anderer Faktoren weiterhin eine geringe bis mittlere Sehschärfe. Mehr dazu findest du in unserem Artikel über Sehbehinderungnachlesen kannst.

Das Farbsehen: Bei der Geburt sieht ein Kind – anders als man vielleicht denken würde – nur in Schwarz-Weiß. Erst danach, Schritt für Schritt, beginnt es, sein Farbsehen zu entwickeln (mit der Entwicklung der Zapfen auf der Netzhaut; mehr Infos dazu findest du in unserem Artikel über Farbenblindheit).

Wir werden nun verschiedene Lebensphasen eines Kleinkindes durchgehen, um zu sehen, in welchem Tempo sich seine verschiedenen Sehfähigkeiten entwickeln.

- Im Alter von einem Monat beträgt das Gesichtsfeld des Kindes erst 55°, seine Sehschärfe liegt bei 1/30 und es sieht noch in Schwarz-Weiß – es fällt ihm schwer, die Welt um sich herum wahrzunehmen.

 

- Mit 3 Monaten fängt es an, Rottöne wahrzunehmen. Seine Sehschärfe und sein Gesichtsfeld verbessern sich leicht.

 

- Mit 9 Monaten nimmt es alle leuchtenden Farben wahr, sein Gesichtsfeld ist fast vollständig (150°) und seine Sehschärfe ist auf 3/10 gestiegen.

 

- Ab einem Jahr ist sein Gesichtsfeld vollständig, also 180°, und das Kind nimmt alle Farbnuancen in seiner Umgebung wahr. Seine Sehschärfe beträgt jedoch nur 4/10

 

- Erstab 6 Jahren erreicht das Kind eine Sehschärfe von 10/10, und genau deshalb fängt man ab diesem Alter an, lesen zu lernen – also unter den bestmöglichen Bedingungen.

 

Es wird außerdem dringend empfohlen, gleich zu Beginn der Grundschulzeit Sehtests durchzuführen, um mögliche Sehstörungen wie die folgenden zu erkennen:

Schielen: Dabei handelt es sich um eine Fehlstellung der Sehachsen. Es ist sehr wichtig, vor dem 6. Lebensjahr einzugreifen, wenn dein Kind davon betroffen ist, und einen Orthoptisten aufzusuchen, der die am besten geeignete Lösung finden wird, um das Problem zu beheben.

Amblyopie: Dabei handelt es sich um eine Sehschwäche eines oder beider Augen. Um diesen Fehler zu korrigieren, muss das Auge mit der besseren Sehschärfe mit einer Augenklappe abgedeckt werden, um das andere Auge zur Arbeit zu „zwingen“.

Kurzsichtigkeit, Astigmatismus und Weitsichtigkeit sind weitere Sehstörungen, die jedoch durch das einfache Tragen einer Brille korrigiert werden können.

Hinweis: Weitsichtigkeit kann zu Schielen führen, wenn sie nicht korrigiert wird, da das Kind seine Akkommodation einsetzt, um scharf zu sehen, wodurch die Augenachsen zusammenlaufen. Wenn du mehr Infos möchtest, findest du unseren Artikel über die verschiedenen Sehstörungennachlesen.