
Dyschromatopsie oder Farbenblindheit ist eine genetisch bedingte Erkrankung, deren Symptome je nach Art der Farbenblindheit in einer gestörten Farbwahrnehmung bestehen. Seit einiger Zeit beschäftigen sich jedoch amerikanische Forscher mit diesem Problem, um eine Lösung zur Korrektur zu finden. Mymonture erklärt dir heute, woraus diese Brillen bestehen und wie es möglich wäre, die Farbenblindheit zu korrigieren.
Ein paar Erklärungen zum Thema Farbenblindheit
Bevor wir über Korrekturbrillen sprechen, wollen wir uns zunächst mit der Farbenblindheit und ihren Ursachen beschäftigen. Farbenblindheit ist also eine Störung der Farbwahrnehmung, von der weltweit 8 % der Männer und 0,4 % der Frauen betroffen sind.
Werfen wir einen genaueren Blick auf unsere Netzhaut, die Membran, die das Auge auskleidet und als Bildschirm für die Aufnahme von Bildern dient, die an das Gehirn weitergeleitet werden. Die Netzhaut besteht aus zwei Arten von Lichtrezeptorzellen, die bei der Bildanalyse unterschiedliche Funktionen haben: die Zapfen (Übertragung von Informationen zur Farbe) und die Stäbchen (Übertragung von Informationen zur Lichtintensität). Da es sich bei der Farbenblindheit um eine Farbwahrnehmungsstörung handelt, liegt die Ursache also bei den Zapfen. Es gibt drei verschiedene Arten von Zapfen, nämlich die L-Zapfen (empfindlich für Rot), die M-Zapfen (empfindlich für Grün) und die S-Zapfen (empfindlich für Blau).

Farbblindheit ist also per Definition das Fehlen der Empfindlichkeit eines oder mehrerer Zapfen, was zu einer gestörten Farbwahrnehmung führt. Es gibt jedoch verschiedene Arten von Farbblindheit, je nachdem, welche Zapfen betroffen sind.
- Monochromie ist das völlige Fehlen der Empfindlichkeit für alle drei Farben (sie ist allerdings sehr selten und betrifft nur einen von 40.000 Menschen). Menschen mit Monochromie sehen in ihrer Umgebung nur verschiedene Grautöne.
- Die Dichromasie, bei der die Empfindlichkeit für eine Farbe fehlt, während die beiden anderen Farbrezeptoren normal funktionieren.
- Die abnormale Trichromie, bei der das Farbsehen in unterschiedlichem Maße beeinträchtigt ist. Die verschiedenen Pigmente sind zwar in den Zapfen vorhanden, doch werden bestimmte Farbtöne von der betroffenen Person nicht normal wahrgenommen.
Nachdem wir nun im Detail gesehen haben, warum eine bestimmte Person an Farbenblindheit leidet, wollen wir uns mit einem amerikanischen Forschungsunternehmen befassen, das eine Brille entwickelt hat, die das Farbsehen wiederherstellen soll.
Das Unternehmen heißt EnChroma und hat sich zum Ziel gesetzt, Menschen mit Farbenblindheit wieder die Möglichkeit zu geben, die Welt in Farbe zu sehen. Bei den Brillen, die das Unternehmen anbietet, handelt es sich um Sonnenbrillen, die tagsüber und im Freien getragen werden können. Die Brille korrigiert somit die beiden häufigsten Formen der Farbenblindheit, nämlich die Protanopie (Rot erscheint orange) und die Deuteranopie (Grün erscheint gelb).

Wie funktioniert das?
Das Prinzip ist folgendes: Die Brillen sind mit einem speziellen Filter ausgestattet, der bestimmte Wellenlängen des Lichts blockiert. Dadurch werden die Primärfarben verwechselt, was zueiner Verbesserung der Kontraste in der Umgebung führt, wie sie von Menschen mit Farbenblindheit wahrgenommen wird.

Die Entstehung dieser Brille ist übrigens dem Zufall zu verdanken, denn die Forscher arbeiteten ursprünglich an einem Projekt für Laserschutzbrillen für Chirurgen. Ein Freund des Markengründers, der farbenblind ist, setzte die Brille auf und stellte fest, dass sich sein Sehvermögen dadurch verbesserte – er hatte das Gefühl, neue Farben zu entdecken, die er zuvor noch nie gesehen hatte. Dank dieser verblüffenden Erfahrung beschloss EnChroma also, sich auf ein neues Projekt zu konzentrieren: Brillen für Menschen mit Farbenblindheit.
Derzeit können wir dir leider noch keine solche Brille anbieten. Wir behalten diese Idee jedoch im Hinterkopf, um deinen Alltag mit Brillen zu verbessern.
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