Astigmatismus ist ein Begriff, der nicht ganz einfach zu verstehen ist. Tatsächlich kann er sowohl mit Kurzsichtigkeit als auch mit Weitsichtigkeit einhergehen, wodurch die Symptome je nach Fall unterschiedlich ausfallen. Diese Woche schauen wir uns an, wie Astigmatismus funktioniert, woher er kommt, wie man ihn unterschiedlich bezeichnet und wie man ihn korrigieren kann.

 

Was ist Astigmatismus?                                         

In unserem Artikel über verschiedene Augenerkrankungen haben wir bereits kurz angesprochen, was Astigmatismus ist, ohne dabei ins Detail zu gehen. Im Gegensatz zu Kurzsichtigkeit oder Weitsichtigkeit gibt es keine spezifischen Symptome, und es gibt verschiedene Arten von Astigmatismus.

Aber was genau ist Astigmatismus eigentlich? Es handelt sich um eine Verformung der Augenoberfläche, die zu unterschiedlichen Korrekturen entlang zweier senkrechter Achsen des Auges führt. Das heißt, die Korrektur ist je nach Sehachse unterschiedlich. Das kann daher zu einer Verzerrung von Linien oder auch zu Kopfschmerzen beim Sehen in der Nähe und/oder in der Ferne führen, wenn der Astigmatismus nicht korrigiert wird.

Eine Person mit Astigmatismus kann also entweder:

- beide Achsen kurzsichtig haben

- beide Achsen weitsichtig sein

 

- eine kurzsichtige und eine weitsichtige Achse haben

 

 

Wie entsteht er?

Nachdem wir nun wissen, was Astigmatismus ist, wollen wir uns etwas näher mit seinen Ursachen befassen.

Das Auge besteht aus zwei Organen, die für die Lichtbrechung zuständig sind, also für unser gutes Sehen sorgen: die Hornhaut und die Augenlinse.

Diese beiden Teile des Auges sollten eigentlich kugelförmig sein, damit die Brechkraft überall gleich ist. Das ist jedoch nur Theorie, denn in der Praxis ist die Brechkraft des Auges selten überall gleich, und es kann sein, dass der Krümmungsradius in bestimmten Bereichen des Auges größer ist.

Wenn das Auge eine leichte Verformung der Hornhaut oder der Linse aufweist, entsteht ein sogenannter Zylinder. Deshalb benötigen Patienten mit Astigmatismus bei ihrer Sehkorrektur einen Zylinder mit einer bestimmten Achse, um diesen Fehler auszugleichen.

 

Wie liest man das auf einem Rezept?

Es gibt verschiedene Arten, Astigmatismus anzugeben, was manchmal verwirrend sein kann. Es gibt also zwei Schreibweisen: den sogenannten positiven Zylinder (der meist von Optikern verwendet wird) und den negativen Zylinder (der hauptsächlich von Augenärzten verwendet wird).

Um besser zu verstehen, wie man das auf einem Rezept liest, schauen wir uns ein paar Beispiele an:

Beispiel 1: +2,00 (-0,25) 110°

Hier sehen wir, dass es eine Sphäre von +2,00, einen Zylinder von -0,25 sowie eine Zylinder-Achse von 110° gibt.

Wir können diese Korrektur aber auch anders schreiben, nämlich:

+1,75 (+0,25) 20°

Wie funktioniert die Umstellung? Um von der einen Schreibweise zur anderen zu wechseln, musst du eigentlich einfach nur die Sphäre mit der Zylinder-Korrektur addieren (das ergibt dann die neue Sphäre), den Zylinder umkehren, um ihn zu ersetzen (+0,25 statt -0,25 in diesem Fall), und 90° zur Achse addieren oder abziehen (110° – 90° = 20°).

Nehmen wir ein anderes Beispiel:

-0,50 (+0,50) 90°

Um die Sphäre zu erhalten: -0,50 + 0,50 = 0, also eine Ebene

Um den Zylinder zu erhalten: +0,50 --> -0,50

Um die Achse zu erhalten: 90° – 90° = 0°

Anmerkung: Die Achse lässt sich in diesem Fall auch als 180° schreiben.

 

Die Korrektur des Astigmatismus

Um Astigmatismus zu korrigieren, können wir also Korrekturgläser oder Kontaktlinsen verwenden, die eine der Stärken einer Achse ausgleichen, damit sie der anderen entspricht.

Selbstverständlich steht dir das Team von MYMONTURE jederzeit zur Verfügung, wenn du Fragen zu deinem Sehverschreibungsblatt hast – wir helfen dir gerne, es zu verstehen und die beste Wahl zu treffen.